Revolutionäre Berufe statt Berufsrevolutionäre? Lernen und "Arbeiten" zwischen Anpassung, widerständigem Leben und Utopie

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Oft scheint es als hätte "die Szene" nur eine "korrekte" Lebensweise im Petto: Die Vollzeit-Aktivist_In oder die Berufs-Revolutionär_In. Alles andere führt in den bürgerlichen Abgrund. Wirklich?

Denn klar ist: Diese Aktivist_Innen-Lebensweise kann nicht den Bedürfnissen aller Menschen gerecht werden. Menschen wollen Gärtner_Innen oder Zimmer_Innen werden, sich mit Wissenschaft beschäftigen und forschen, schwangeren Menschen bei der Geburt helfen oder kranke, alte oder kleine Menschen helfend begleiten. Oder, oder, oder... Klar ist auch: Wir werden diese Menschen nach der Revolution dringend brauchen. ;-)

Wenn mensch sich für so etwas wie einen Beruf entscheidet stellen sich allerdings einige Fragen:

  • Emanzipatorisches Lernen: Wie lerne ich den "Beruf"? Konventionelle Lehre / Studium, alternative Ausbildungswege oder gänzlich selbst organisierte Ausbildung? Wie umgehen mit herrschaftskritischen Ansprüchen an meine Lernwege und Lernorte und entsprechenden Enttäuschungen? Wie selbstbestimmt lernen ohne Verwertungslogik?
  • Emanzipatorische "Berufs"-Praxis: Warum mache ich das was ich tue eigentlich? Was ist meine Vision? Wie könnte mein "Beruf" in einer herrschaftsfreien Welt aussehen? Gibts den dann noch? Wie komme ich dieser Utopie meiner "Berufs"-Praxis im Hier und Jetzt näher? Systemkritik: Warum erfahren elementare, "gute" Berufe in unserer Gesellschaft so wenig Anerkennung und Wertschätzung (v.a.: Urproduktions-Berufe": Landwirte, Gärtner, Handwerker oder "Menschenberufe": Altenpflege, Krankenschwestern, Hebammen, "Kleine-Menschen-Begleiter" etc.) Wie halte ich mich aus der Verwertungslogik und bürgerlichen Arbeits-Tretmühle raus? Geht das überhaupt? Gutes Leben und "Arbeiten"?
  • Emanzipatorische Agitation und Kooperation: Wie manage ich es trotz des "Berufs" nebenher widerständige Aktionen vorzubereiten und durchzuziehen? Wie kann ich Vollzeit-Aktivist_Innen das Leben leichter und schöner machen, meine Resourcen, mein Projekt teilen, mit Aktionsplattformen kooperieren? Wie vermittle ich mein "Tun" und dessen revolutionäre Perspektive, welche Bündnispartner gibt es in meinem Gewerk / Fach, welche Chancen der Politisierung gibt es dort?

Hierüber und über alles andere (die Liste ist natürlich nicht vollständig) kann erstmal eine allgemeine Diskussion geführt werden.

Sinn macht es dann aber sicherlich auch sich dann in Kleingruppen zu verschiedenen "Berufs"feldern aufzuteilen, sich auszutauschen und eventuelle Artikel für einen vielleicht entstehende Broschüre (Fragend Voran) zu schreiben.

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